So ein Familienleben birgt einige Gefahren. Vor allem, aber eigentlich nicht nur in Zeiten von Corona Quarantäne. Diese fiesen, kleinen Stimmungskiller warten an jeder Ecke auf uns Eltern und klatschen in die Hände, wenn wir in die Falle getappt sind.
Schlafen und Spielen, Essen und Haushalt, Arbeiten und Pläne machen, Fernsehen und Computerspiele sowie Internet und Social Media, Bewegung, Erwartungen und Perfektion, Regeln und Kommunikation.
All das sind mögliche Bereiche des Famillienlebens, die uns die Laune so richtig verderben können.

Anleitung für garantiertes Durchdrehen und schlechte Stimmung

Vorwarnung: Die Beispiele können Schmunzeln, Lachen, Nicken, Kopfschütteln, Widerstand oder Aha-Momente auslösen. Zusammenhänge zu unserem Familienleben sind rein zufällig. Der Rest ist Hörensagen. *hust*

Stimmungskiller 1 – Essen und Spielen

  • Regelmäßig Essen kochen und dabei jedes Mal dein Kind am Bein klemmen haben, weil das lieber Spielen will.
  • Essen kochen und deine Kinder „nur kurz“ unbeaufsichtigt lassen, um den Topf vom Herd zu nehmen… und am Ende fünf ausgeschüttete Spielzeugkisten im Kinderzimmer verteilt zu sehen.
  • Unregelmäßig Essen kochen und stattdessen lieber mit deinen Kindern spielen, um dann wieder einmal festzustellen, dass Hunger böse macht. Die Kinder. Und dich.

Stimmungskiller 2 – Schlafen

  • Abends oder nachts lange wach sein, weil das die einzige Zeit ist, wo deine Kinder schlafen und du RUHE hast.
  • Abends mit deinen Kindern einschlafen und dann aber auch irgendwie frustriert sein, dass du permanent von Kindern umgeben bist oder schläfst und du gefühlt NIE Stille und Zeit für dich alleine hast.
  • Morgens vor den Kindern aufstehen, um alleine zu sein, und dann beim Rausschleichen einen Domino-Effekt auslösen, so dass alle Familienmitglieder  innerhalb von wenigen Minuten wach werden und hinterherkommen.

Stimmungskiller 3 – Arbeiten und Pläne machen

  • Arbeiten wollen. Pläne machen.
  • Arbeit sofort unterbrechen, weil irgendwer was braucht, streitet, weint, nicht alleine kann (oder will), der Mann es ja sonst nicht richtig macht, … und dann nie mit der Arbeit fertig werden.
  • Arbeit nicht sofort unterbrechen, um lieber schnell fertig zu werden, und dann die Erfahrung verpassen, dass schnell befriedigte Bedürfnisse  WEG sind und du dich danach wieder deiner Arbeit widmen kannst.

Stimmungskiller 4 – Haushalt

  • Versuchen aufzuräumen, während deine Kinder noch spielen.
  • Erst aufräumen und den Haushalt schmeißen, wenn deine Kinder im Bett sind. Gehe zurück zu Punkt 2. Begib dich direkt dort hin. Gehe nicht über Los. Ziehe keine Erholung ein.

Stimmungskiller 5 – Fernsehen und Computerspiele

  • Die Bildschirmzeit begrenzen und erzieherisch als Belohnung und Strafe einsetzen.
  • Die Bildschirmzeit nicht begrenzen, aber auch dein Kind nicht kindgerecht dabei begleiten.
  • „Medien sind schlecht für Kinder“ weiterhin glauben und deinen Kindern Stress wegen Film gucken oder Zocken machen.
  • Deine Kinder zu lange oder zu oft vor dem Bildschirm sitzen lassen ohne vorher, währenddessen oder danach in Beziehung zu sein.

Stimmungskiller 6 – Internet und Social Media

  • Bei Facebook und Instagram „nur kurz“ mal „nebenbei“ reinschauen und dich hinterher ärgern, so viel Zeit verdaddelt zu haben.
  • Nicht via Facebook und Instagram mit Freunden in Kontakt bleiben und dir keine Impulse für dein Familienleben bei deinen Lieblingsblogger*innen holen.
  • Im Internet über Corona lesen und dich von der Panikwelle mitreißen und runterziehen lassen.
  • Im Internet nicht über Corona lesen und die Pandemie mangels gescheiter Informationen unterschätzen.

Stimmungskiller 7 – Bewegung

  • Nicht rausgehen in die Natur.
  • Nie Hüpfen auf dem Sofa erlauben und keine Kissenschlacht mit deinen Kindern machen.
  • Glauben Kinder können fast wie Erwachsene am Tisch still sitzen.

Stimmungskiller 8 – Erwartungen

  • Die Erwartung haben, dass dein Familienleben nur gut ist, wenn es harmonisch ist.
  • Denken, dass Konflikte etwas Schlimmes sind, was unbedingt vermieden werden muss.
  • Mit der Hoffnung leben, dass deine Kinder sich als Geschwister immer lieb haben sollten.
  • Denken du behandelst alle deine Kinder immer gleich.

Stimmungskiller 9 – Perfektion

  • Versuchen es allen recht zu machen.
  • 3 Mal täglich, 7 Tage die Woche frische, ausgewogene Mahlzeiten auf den Tisch bringen während dir eigentlich ehrlich gesagt das ständige Essen machen total auf den Keks geht.
  • Denken du bist eine schleche Mutter / ein schlechter Vater, wenn du dich gelegentlich (oder öfter) nach Kita-Betreuung oder Schul-Zeit zurücksehnst.
  • Dich selbst verachten, wenn du mal geschimpft hast.
  • Deine eigenen Bedürfnisse vergessen, weil deine Kinder immer an 1. Stelle stehen.
  • Zur Servicekraft deiner Kinder werden, damit sie nur ja keine schlechte Laune kriegen.

Stimmungskiller 10 – Regeln

  • Regeln aufstellen oder an Regeln festhalten, die keinen Sinn machen und nur Stress produzieren.
  • Keine Regeln in der Familie haben, aber gleichzeitig sauer sein, wenn „jede*r macht was er*sie will“.
  • Regeln über das Zusammenleben in der Familie ohne die Mitsprache der Kinder festlegen oder verändern.

Stimmungskiller 11 – Kommunikation

  • Nicht in „sozialer Sprache“ sprechen und sich damit nicht authentisch zeigen.
  • Von sich selbst in der 3. Person reden.
  • Mit dem Partner oder der Partnerin keine Absprache machen.
  • Eigene Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle nicht klar kommunizieren.

Fazit

Doch die zwei Fehler du die nach dem Lesen dieser Anleitung noch machen kannst:

1. Versuche alle aufgezählten Punkte zu vermeiden. Gleichzeitig.

2. Hol dir nicht meinen Stimmungskiller Schnell-Check.

Klicke hier also nicht.

Die Idee mit der „Anleitung zum Durchdrehen“ kam mir durch Judith „Sympatexter“ Peters. Die Stichpunkte zu den einzelnen Beispielen purzelten nur so aus mir heraus als ich früh (merke an: in Nachteulen-Zeitzonenrechnung) noch im Bett lag und die Kinder vermutlich grad meinen Mann verrückt gemacht haben mit dem 41. Mal „Papa“ rufen. Den Blogartikel schrieb ich dann wie immer nachts und hatte viel Spaß dabei.

Jetzt verrate mir: Welchen Stimmungskiller (Nummer 1-11) hast du in den letzten Wochen im Corona Ausnahmezustand schon erlebt?

Ich freu mich von dir zu lesen. Liebe Grüße!

Deine Stefanie