So eine Achterbahn ist riiiiesig, wenn wir einsteigen, wissen wir eigentlich nicht ganz so genau was auf uns zukommt und wie wir die Fahrt erleben werden. Wir können es nur erahnen und hoffen, dass es uns gefällt. Viele erzählen es war toll und alles hat super geklappt, einigen war aber auch schlecht und es ging ihnen gar nicht gut dabei.
Vor allem die Loopings und das schnelle Tempo können angsteinflößend sein und oft stehen wir mit einem aufgeregten, neugierig gespannten und gleichzeitig mulmigen, skeptischen Gefühl vor der Achterbahn. Gedanken schwirren uns durch den Kopf:

  • „Was ist, wenn mir schwindlig wird und ich nicht einfach so raus kann?“
  • „Ob ich Angst bekomme und es ganz anders ist, als ich es mir vorgestellt habe?“
  • „Und was ist, wenn es mir zu schnell geht?“
  • „Will ich da wirklich einsteigen?“
  • „Aber wieso nicht, schließlich haben es so viele vor mir auch geschafft.“
  • „Was wäre, wenn es einfach gut läuft?“

Bist du schon mal Achterbahn gefahren und kannst dich an diesen Gefühlscocktail erinnern?

Ein ständiges Auf und Ab ist das. Adrenalin fließt durch unsere Adern. Zwischen Freude und Angst geht’s in unseren Systemen zackig hin und her. Die einen steigen zuversichtlich ein und sind im Vertrauen, dass es rocken wird. Die anderen setzen sich mit gemischten Gefühlen auf ihren Platz. Und wieder andere würden am liebsten wegrennen und die Situation vermeiden.

Kita Eingewöhnung – die Achterbahn der Gefühle

Wie vor einer Achterbahnfahrt geht es so vielen Müttern (und auch Vätern) und vor allem meinen Kund*innen, die in meine Beratung kommen.
Warum?
Weil ihnen die Eingewöhnung ihres geliebten Kindes in die Krippe, den Kindergarten oder bei einer Tagesmutter bzw. bei einem Tagesvater bevorsteht.

Die Eingewöhnung ist ein bedeutender Übergang im Leben eines Kindes und seiner Eltern.

Es ist eine große Veränderung für die gesamte Familie und vor allem wenn es die erste Eingewöhnung ist oder bereits eine gescheiterte Eingewöhnung in der Vergangenheit liegt, kann diese bevorstehende Veränderung eine solche Achterbahnfahrt der Gefühle auslösen.

Vor der Eingewöhnung herrscht in uns als Eltern oft eine Mischung aus:

  • Vorfreude
  • Aufregung
  • Neugier
  • Zweifel
  • Unsicherheit
  • Angst
  • Hoffnung
  • Zuversicht

Und während der Eingewöhnung?

Wenn alles gut läuft …

sind wir natürlich glücklich, wir sind im Vertrauen darauf, dass unser Kind gut in Krippe oder Kindergarten ankommt, wir sehen wie viel Freude unser Kind beim Spielen mit den anderen Kindern hat, wie es Beziehung zu den Betreuungspersonen aufbaut. Dann sind wir erleichtert und entspannt, freuen uns einfach, sind hoffnungsvoll, vielleicht auch erstaunt. Manchmal sind wir auch etwas traurig, dass die Elternzeit vorbei ist oder wir sind aufgeregt, weil nach der Eingewöhnung auch für uns ein neuer Alltag losgeht. Oder wir schauen etwas wehmütig, weil unser Kind plötzlich so groß ist, die letzten Jahre verflogen sind. Und dann sind wir auch wieder unglaublich stolz auf unser Kind und uns selbst, dass wir so eine gute Bindung aufgebaut haben, dass sich unser Kind neugierig wegbewegt und wir es nicht festhalten, sondern ihm die Kraft mitgegeben haben, die Welt zu entdecken, wenn wir es ein kleines Stück loslassen.

Wenn wir vor und während der Eingewöhnung gemischte, aber grundsätzlich positive Gefühle in uns haben, gehen wir auch zuversichtlich mit den ersten Abschiedsmomenten um und trauen uns selbst, unserem Kind und der Erzieherin bzw. dem Erzieher, der Tagesmutter bzw. dem Tagespapa.
Wenn die Fahrt mal ruckelt oder holprig ist, verfallen wir nicht sofort in Panik oder Stress, sondern schauen ruhig, was es noch braucht und wie das Bedürfnis gestillt werden kann bzw. was sich an der Situation noch ändern darf. Dann finden sich Lösungen und die „Fahrt“ geht friedlich weiter. Unser Kind geht gern in die Betreuung und wir geben es gern dort hin.

Soweit so traumhaft.

Doch wenn die Eingewöhnung nicht gut läuft,

dann ist der Gefühlscocktail wesentlich intensiver und fühlt sich mehr nach Achterbahnfahrt an. Es fehlt uns Vertrauen und dass unser Kind gut in Krippe oder Kindergarten ankommt bezweifeln wir. Wir haben uns das alles ganz anders vorgestellt und werden nervös. Wir wollen unser Kind (noch) nicht loslassen und in uns kriecht die Angst umher. Meistens passiert das, wenn das Tempo hoch ist und die Eingewöhnung zu schnell geht. Dann wollen wir aussteigen oder einfach langsamer weiter“fahren“, aber oft fühlen wir uns ohnmächtig und haben kaum die Kontrolle über die Situation. Dieser Druck macht uns noch mehr Angst und am liebsten würden wir schreien und weinen.

Zwischendrin gibt es bestimmt auch gute Momente, unser Kind ist offen und hat Freude beim Spielen mit den anderen Kindern und erobern der neuen Umgebung. Da blitzt ein Funken Hoffnung in uns auf und wir sehen, dass es möglich ist Beziehungen zu den Betreuungspersonen aufzubauen – für unser Kind und auch für uns. Dann weicht die Unsicherheit und Sorge und wir sind zuversichtlich. Kurz.

Wenn wir vor und während der Eingewöhnung gemischte und eher negative Gefühle in uns haben und/oder der Start der Eingewöhnung nicht gut lief, dann gehen wir meist ängstlicher und ambivalent mit den Abschiedsmomenten um und trauen uns selbst, unserem Kind und der Erzieherin bzw. dem Erzieher, der Tagesmutter bzw. dem Tagespapa nicht. Und spätestens wenn der Abschied schwer fällt, unser Kind klammert oder schreit, geht in uns der Gefühlsrausch abwärts. Wir sind verzweifelt und überfordert, weil wir nicht wissen, was wir tun oder sagen sollen oder nicht gehört werden. Oder wir sind gestresst, weil der Tag der Rückkehr zur Arbeit immer näher rückt. Das Herz wird schwer, wir zweifeln an uns, an unserer starken Bindung oder dem Stillen oder dem Einschlafen oder oder.

Wenn die Fahrt so sehr ruckelt oder holprig ist, verfallen wir in Panik oder Stress, schauen wir unruhig darauf, was es noch braucht und wissen nicht wie das Bedürfnis gestillt werden kann bzw. was sich an der Situation noch ändern muss. Dann finden sich kaum Lösungen und die „Fahrt“ geht quälend weiter. Unser Kind geht nicht gern in die Betreuung und wir geben es überhaupt nicht gern dort hin.

Soweit so Sch…

Was du sofort tun kannst, wenn deine Gefühle vor oder während der Eingewöhnung Achterbahn fahren

  1. Stehen bleiben oder Hinsetzen. Nichts sagen. Atmen. Nochmal Atmen. Und nochmal.
  2. Spüren: „Was ist da grad los in mir?“
  3. Gefühle und Gedanken am Besten aufschreiben. Annehmen was ist. Gefühle sind wichtige Botschafter.
  4. Forschen: z.B. „Wovor genau habe ich Angst – ist es eine Kopfkino Szene, die noch gar nicht eingetreten ist?“ oder auch „Was konkret hat mein Gefühl ausgelöst?“
  5. Spüren: „Was brauche ich, damit es mir jetzt in diesem Moment und weiterhin besser geht?“
  6. Überlegen: „Wie kann ich das erreichen?“

Was ich für dich tun kann, wenn die Eingewöhnung deines Kindes eine Achterbahn der Gefühle auslöst

  1. Dich sehen und hören. Deine Gefühle empathisch begleiten.
  2. Die Botschaften deiner Gefühle mit dir herausfiltern und nutzen.
  3. Dir zeigen wie du mit deinen Gefühlen und Gedanken angemessen umgehen kannst – ohne dass sie dich überrumpeln und ohne dass du sie ignorierst.
  4. Dich in deine emotionale Kraft zurückführen.
  5. Praktische Wege eröffnen, wie du die Eingewöhnung deines Kindes beziehungsstark und sanft gestalten kannst.
  6. Die kommunikative Verbindung zwischen dir und den pädagogischen Fachkräften herstellen.
  7. Dein Sicherheitsfallschirm sein, wenn du bewusst, klar und nicht angstgetrieben aus der Achterbahn aussteigen willst.

Wenn du meine Unterstützung möchtest, dann klick auf den Button. Du kannst dann mein Beratungsangebot lesen und unverbindlich mit mir Kontakt aufnehmen.

Du brauchst die Achterbahnfahrt der Gefühle nicht allein durchstehen. Du brauchst auch nicht denken „So viele haben es doch auch geschafft, warum ist es bei mir/uns nur so schwer.“ Vielen geht es so wie dir, du bist nicht allein. Ich bin an deiner Seite.